Sonntagsgedanken - Folgenreiche Botschaft
Bald ist es geschafft, morgen 4. Adventssonntag und in 6 Tagen ist Weihnachten. Alles rüstet zum Fest. Die Botschaft des Evangeliums an diesem 4. Advent, wer hört sie noch? Sie ist nicht ganz einfach, jedoch ein Beispiel für den Dialog, den Gott (Engel) mit den Menschen (Maria) führt. Ohne Vorwarnung und ganz unerwartet erscheint der Engel und überbringt einem einfachen jungen Mädchen die Botschaft, die die Welt verändern wird. Wie würden wir heute reagieren, wenn plötzlich und unerwartet vor unserer Wohnungs- oder Haustüre ein Mensch stehen, Einlass begehren würde und uns eine Nachricht überbringen würde, die wir als aufgeklärte, meist säkulare, moderne Erdenbürger schlicht für wissenschaftlich als unmöglich ansehen würden. Würde sie in unsere ungeheure Geschäftigkeit passen oder würden wir vor lauter Lärm die Nachricht gar nicht erkennen? Wahrscheinlich würden wir den Besucher höflich aber bestimmt hinaus komplimentieren. Dennoch bliebe eine Beklemmung zurück, herrührend aus dem so typischen Gemenge aus Emotionen, Erinnerung, Jahresendgedanken und der abrupten Unterbrechung des Alltags. Deshalb deckt die Adventszeit verschärft auf, für wen kein Platz ist: die Alten, die Ungeborenen, die Verachteten, Geopferten und die an den Rand gedrängten. So können uns diese Tage auch zeigen wie wenig von all dem trägt, wofür wir uns tagein tagaus krumm gelegt haben: die kleinen Triumphe über die Konkurrenten, die so gut tun – nichts wert. Das Geleistete, das unsere Ansprüche zu verbürgen hat - unterm Strich nichts wert. Die gute Meinung, die wir von uns selber haben, weil wir doch dies und das getan und jenes gelassen haben – nichts wert. Alles Schall und Rauch. Und wer gäbe dann gern zu, dass er, dass sie nichts vorzuweisen hat und also arm ist? Genau das aber ist die Hürde, über die wir hinweg müssen, um der Weihnachtswahrheit entgegen zu gehen. Nutzen wir die vor uns liegenden Tage zur Vorfreude, lernen wir noch ein wenig das Warten, um das tiefe Geheimnis von Weihnachten zu ergründen und erfahren. Lassen wir uns das Geheimnis nicht aushöhlen durch die Verzweckung ohne Grenzen. Und noch eines ist wichtig, wir als Christen sollten uns dieses Evangelium nicht vermiesen und kaputt machen lassen, sondern den eigentlichen Kern entdecken, auf den es ankommt: Gott wird in Jesus Mensch.
Diakon Uwe Bähr, Bruder Klaus, Jebenhausen