Zu einem Neujahrsempfang luden der Kreisverband Göppingen und der Ortsverband Helfensteiner Land in die Rätsche nach Geislingen und weit über 100 Gäste aus der Politik, der Kommunalverwaltung und der Wirtschaft waren gekommen um den Reden von MdL Jörg-Matthias Fritz und der stellvertretenden Landtagspräsidentin Brigitte Lösch zuzuhören.
Die Liste der Gäste sei ein Zeichen für den Wandel der Grünen, betonte der Kreisvorsitzende der Grünen, Walter Kißling, schon in seiner Eröffnungsrede. Selbst Vertreter der Geislinger Wirtschaft und Prof. Ziegler als Vertreter der Hochschule waren anwesend.
Moderat die Reden von Fritz und Lösch – beide erhielten für ihre weniger kämpferische als vielmehr überzeugende Reden viel Beifall. Dabei streiften sie alle Themen der Landespolitik, die für die Grünen erfolgreichen Politikfelder wie der Familien- und Bildungspolitik genauso wie das Problemfeld Verkehrspolitik. Dabei, so verdeutlichten beide Landespolitiker, sei es das oberste Ziel der Landesregierung, keine neuen Schulden zu machen. Dazu muss in allen Bereichen gespart und Schwerpunkte in der Politik gesetzt werden.
Einer dieser Schwerpunkte ist die Familien- und Bildungspolitik. Ziel sei es hier, allen Kindern eine individuelle Betreuung zukommen zu lassen. Schon in der Kleinkindbetreuung beginnt die Förderungspolitik der Grünen, die sich für ein umfassendes Angebot von Betreuungsplätzen, aber gegen das von der Bundesregierung eingeführtes Betreuungsgeld aussprechen. Weitere Schwerpunkte der Politik sind die Einführung der Gesamtschule und das Angebot eines G 9 Zuges parallel neben dem G 8 Zug an Gymnasien. Auch die Abschaffung der Studiengebühr war eine lange Forderung der Grünen und wurde jetzt umgesetzt. Die von der vorherigen CDU-Landesregierung abgeschaffte Beteiligung des Landes an der Schulsozialarbeit wurde wieder eingeführt. „Die kommt auch Geislingen zugute, die im neuen Schuljahr voraussichtlich an allen drei Werkrealschulen Schulsozialarbeiter einstellen werden“, freute sich Lösch auch für ihre Heimatstadt. „Geislingen, the windy city von Baden-Württemberg“, so könnte es nach den Plänen der Grünen bald für Geislingen heißen, denn die Grünen wollen die Anteil der Windenergie stetig ausbauen und Geislingen spielt hier schon heute eine führende Rolle.
Natürlich brachten auch beide Redner Stuttgart 21 aufs Tablett. „Wir akzeptieren das Ergebnis, es geht hier um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten – das ist Demokratie“, so Fritz, der der Versammlung versprach, dass die B 466 Ortumgehung Süßen und die B 10 Ortsumfahrung Gingen fertig gebaut werden würden. „Danach ist aber für lange Zeit mit keinen weiteren Neubauten im Kreis Göppingen zu rechnen“, so Fritz weiter. Nur für einen Bruchteil der geplanten oder sogar schon planfestgestellten Straßenbaumaßnahmen sei Geld da, so Fritz, der sich dafür aussprach, dieses wenige Geld lieber in die Sanierung der ohnehin maroden Straßen zu stecken. „Hier kann man mit weniger Geld viel mehr erreichen“!
Brigitte Lösch sprach sich eindeutig für mehr Bürgerbeteiligung aus: „Ein Gesetz soll Volksabstimmungen auch auf kommunaler Ebene erleichtern“. Vermehrt sollen durch Jugendgemeinderäte und Bürgerräte das bürgerschaftliche Engagement in den Kommunen gestärkt werden. Dies habe schon die sogenannte „Geislinger Studie“ aus dem Jahr 1996 gezeigt.
Aufgelockert wurde der Abend mit einer Aufführung der Hip Hop Gruppe „Conzales“. Das abschließende Büfett kam vom Cateringservice der Schüler der Uhlandschule, das Bier wurde an diesem Abend von der Geislinger Brauerei Kumpf gespendet.

